Badische Zeitung vom 4. April 2009
MARKGRÄFLERLAND / WEIL AM RHEIN (bcm). Was hat eine Band aus dem Markgräflerland mit mageren Trockenwiesen in Kentucky gemein? Eigentlich nichts, wenn man von der Bezeichnung Bluegrass einmal absieht. Diese steht nicht nur bezeichnend für das typische bläuliche Wiesengras, das im Süden der USA vorkommt, sondern für eine ganz spezielle Musikrichtung, der sich die Band „Oathtown" verschrieben hat. Am heutigen Samstag und am Sonntag präsentiert „Oathtown" live im TAM Theater in Weil ihre CD.
Es war die Liebe zu jener „echten, handgemachten Musik," die vor 13 Jahren zur Gründung der Band führte. Als Armin Brand (55) und Hansjörg Eiche (57) vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal eine Bluegrass-Band spielten hörten, waren die beiden Freunde derart angetan, dass sie selber in die Saiten greifen wollten. Allerdings gab es da ein Problem: Armin Brand spielte Klarinette im örtlichen Blasmusikorchester, Hansjörg Eiche konnte weder Noten lesen noch ein Instrument spielen. Also borgte er sich ein Banjo und „probierte einfach mal aus." Noten lesen kann Hansjörg Eiche auch 20 Jahre später noch immer nicht. Immerhin spielt er ganz passabel Banjo, wie ihm seine Bandkollegen Augen zwinkernd bescheinigen.
In ihren Anfängen spielte die Band mit Klarinette, Gitarre, Waschbrett und Trompete. Es fehlte der für den Bluegrass so typische Sound von Mandoline und Contrabass. Also wechselte Armin Brand von der Klarinette zum Kontrabass. Hinzu kam Markus Maier (47), dessen Wurzeln in der Folkmusik liegen und der die Position des Mandolinenspielers übernahm.
Der Durchbruch kam vor acht Jahren, als die Markgräfler Musiker, die aus Märkt, Mappach und Efringen-Kirchen stammen, Christoph Oeschger aus Schwörstadt kennen lernten — den Band- gründer, Gitarrist und letzter verbliebener der Urbesetzung von „Oathtown". Die Band, deren Name im weitesten Sinne den Heimatort des Bandleaders beschreibt (Oath zu Deutsch Schwur), spielte bereits auf zahlreichen Festivals und Konzerten, darunter beim Swiss Bluegrass Festival in Schaffhausen. Oeschger ist für die Arrangements der Band zuständig. Instrumentale Stücke wechseln mit
A-Cappella-Liedern und werden mit allerhand Anekdoten bereichert. „Unsere Lieder erzählen Lebensgeschichten und die Zuhörer sollen verstehen, um was es geht." erklärt Armin Brand. Bluegrass sei auch keine Musik, die man stundenlang spielen kann, weil sie vom Spieler hohe Konzentration verlangt.
Letztendlich gaben die begeisterten Fans den Anstoß, eine eigene CD zu produzieren. Die Aufnahmen fanden im vergangenen Jahr im Janz-Team Tonstudio in Kandern statt. Vier Tage verbrachten die Hobby-Musiker im Studio, um die 13 Songs der CD „Acoustic Selections" einzuspielen. Damit und mit dem Auftritt im TAM erhoffen sich die Musiker, in der Grenzecke mit ihrer Bluegrass-Musik stärker wahrgenommen zu werden.
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