Badische Zeitung vom 9. September 2008

Christliche Bekenntnisse und rasante Instrumentalstücke

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TODTNAUBERG (kss). Eine musikalische Delikatesse bot die Bluegrass-Band "Oathtown" bei ihrem Benefizkonzert zugunsten des Perukreises am Samstag in der gut besuchten Jakobuskirche . Neben rasanten Instrumentalstücken und träumerischen Balladen interpretierten die vier Musiker etliche Gospels im Bluegrass-Stil, die sie mit viel Überzeugungskraft vortrugen.

 

Der Name der Band, "Oathtown", verweist auf deren Chef, Christoph Oeschger, der aus Schwörstadt kommt. Als musikalisches Schwergewicht ist er zugleich auch für die Arrangements der vierköpfigen Band zuständig. Markus Maier, Christoph Oeschger, Armin Brand und Hansjörg Eiche outeten sich in Titeln wie "I fly away", "Take me in your lifeboat" oder "I can call Jesus" persönlich als bekennende Christen. Auch die Moderation dieser Titel stellte Inhalte christlichen Lebens in den Vordergrund. So verglich Markus Maier die inhaltliche Aussage des Gospels "You go to your church" mit der Episode einer Vorgängerveranstaltung der gerade stattfindenden Behindertenolympiade. Bei den Paralympics in Peking hatten kürzlich die nachfolgenden Läufer den gestürzten Führenden, statt an ihm vorbeizuziehen, gemeinsam ins Ziel gebracht. Armin Brand kommentierte den Song "I saw the light" schlicht damit, ihm sei es ganz genauso wie dem Protagonisten des Liedes ergangen, ihm sei Jesus begegnet, und das habe sein Leben grundlegend verändert.

 

Die intensivsten Momente dieser Titel waren denn auch jeweils die ohne Instrumente chorisch von allen Vier vorgetragenen Schlüsse. Und bei der ersten Zugabe, dem vollständig a capella, also nur gesungen vorgetragenen "Were you there, when they cruzified my Lord?" lief sicherlich etlichen Zuhörern ein Schauer über den Rücken, so packend und eindringlich kam dieses Lied daher. Begeisterten Applaus spendeten die Zuhörer vor allem auch den für die Bluegrass-Musik typischen virtuosen Instrumentalstücken des Abends.

 

Bluegrass ist eine Stilrichtung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Süden der USA aus ursprünglich irischer Folklore entwickelte, nach und nach aber auch das von der schwarzen Bevölkerung gespielte Banjo einbezog. Heute wird Bluegrass auch als unverstärkte Variante der Country-Music verstanden.

 

Mit der typischen, rasanten Drei-Finger-Technik auf seinem Banjo faszinierte Hansjörg Eiche– und seine Bandkollegen sorgten mit ihren charmanten Witzeleien dafür, dass er dabei nicht "zu hochmütig" wurde. Markus Maier wechselte gleich zwischen drei Instrumenten hin und her. Eigentlich Gitarrist, brillierte er ebenso auf der Mandoline und streute zudem Melodien auf der Mundharmonika ein. Einige Songs, in denen der Traum von einer eigenen Farm aufschien, rundeten den Vortrag ebenso gekonnt ab wie eigens eingebaute Stücke mit Wiedererkennungswert wie "Country-Road". Im schwingenden Walzertakt von "All the good times are past and gone" verabschiedete sich die Band mit dem Hinweis, dass alles Schöne einmal zu Ende geht. Und da das Publikum die Vier gar nicht gehen lassen wollte, fügten sie letzte Zugabe noch den Dauerbrenner "Amazing Grace" an.