Stimmen aus der regionalen Presse
Todtnau, Samstag, 29. August 2011
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: kr,bz, 29. August 2011
"Bluegrass" aus Kentucky hilft
Menschen in Peru
Musik aus der Mitte Amerikas für den Süden Amerikas/Benefizkonzert in der Todtnauberger Jakobuskirche mit Bluegrass-Musik
Die „Oathtown Bluegrass Band“ (von links Markus Maier, Christoph Oeschger, Armin Brand
und Hansjörg Eiche) begeisterte in der Jakobuskirche in Todtnauberg. Foto: Ulrike Jäger
TODTNAUBERG (kr).
Sie erhielten stehende Ovationen, die vier Jungs von der "Oathtown Bluegrass Band", nach ihrem beeindruckenden und mitreißenden Auftritt in der Todtnauberger Jakobuskirche am vergangenen
Samstagabend. Zu einem Benefizkonzert mit außergewöhnlichen, schönen und schnellen Klängen hatte der Perukreis der Jakobus-Gemeinde eingeladen.
Mit Mandoline, Gitarre, Kontrabass, Banjo und Gesang zauberten die vier begeisterten Musiker das Flair des Amerikas der Dreißigerjahre in die Kirche auf dem Berg. In den Bergen von Kentucky
entstand die Musikrichtung "Bluegrass", ein Vorläufer der Countrymusik, geprägt von irischen Einwanderern.
Die erste Band hieß "Bill Monroe and his Bluegrass Boys", benannt nach ihrem Gründer und dem blaugrün gefärbten Gras in Kentucky, und so erhielt und behielt diese Musik ihren Namen. Die Lieder
erzählen Geschichten, die die Menschen auf den Farmen bewegten, sie erzählen von Träumen und von Gott. Das Gospellied "I Saw the Light" habe ihn geprägt in seinem christlichen Glauben, erzählt
Bassist Armin Brand. Auch das von Banjospieler Hansjörg Eiche gesungene Lied "Where Could I Go", wohin kann ich mit meinen Nöten gehen, oder das Gospellied "Take me in your Lifeboat" erzählen von
Glaube und Hoffnung.
Mit witzigen Zwischenbemerkungen aber auch manch nachdenklichen Kommentaren unterhielten die vier Musiker, die in dieser Formation seit 10 Jahren zusammen auftreten, die mehr als 60 Zuhörer in
der Todtnauberger Kirche. Gitarrist Christoph Oeschger ist Gründer der Band und arrangiert die Stücke. Markus Maier moderiert und spielt Mandoline, Gitarre und Mundharmonika, Armin Brand steht
souverän am Kontrabass und Hansjörg Eiche ist der Banjospieler, der immer alle Blicke auf sich zieht. Wenn er sein Instrument im Arm hat, halten die Zuhörer den Atem an. Mit sprichwörtlich
atemberaubender Geschwindigkeit tanzen seine Finger über die Saiten. In diesem Fall sind es fünf, denn das Bluegrass-Banjo hat weder vier noch sechs Saiten, und es wird, auch typisch, mit nur
drei Fingern gespielt.
Dass sie auch mit ausdrucksstarken Stimmen beeindrucken können, bewiesen die Vier bei ihrem Konzert ebenso.
Das als zweite Zugabe grandios "A cappella" vorgetragene Lied "Were you there when they Crucified my Lord?" ging unter die Haut und ließ das Publikum nachdenklich und ergriffen nach Hause gehen.
Der Perukreis der Jakobusgemeinde hatte auf einer großen Tafel mit Fotos dokumentiert, welche Projekte in Peru, in der Partnergemeinde Pitumarca unterstützt werden. Schülerspeisung in abgelegenen
Dörfern, eine Sommerschule und die regelmäßige monatliche Betreuung alter Menschen gehören dazu. Die Betroffenen dankten mit ebenfalls ausgestellten bunten Mützen, Westen und anderen peruanischen
Handarbeiten.
http://www.badische-zeitung.de/todtnau/bluegrass-aus-kentucky-hilft-menschen-in-peru--49026531.html
23. November 2010
Hillbilly und zarte Töne
Ungewöhnliche Musik in St. Leodegar: Die Oathtown Bluegrass Band gewinnt neue Fans .
Oathtown BLuegrass Band, Foto und Bericht :Jutta Schütz
SCHLIENGEN. Sonntag, 21 November 2010
Einmal ganz andere Klänge in einer Kirche: Auf Einladung des Lions Clubs, der mit dem Spendenerlös aus dem Konzert Projekte für Kinder und Jugendliche in der Region unterstützt, spielte die Oathtown Bluegrass Band in St. Leodegar in Schliengen vor rund 200 Musikfreunden, die nach rund zwei Stunden restlos begeistert waren.
Schon am Kircheneingang begrüßte stilecht ein Chrysler-Oldtimer aus den frühen 30er Jahren das Publikum – quasi ein dezenter Hinweis darauf, dass die Musikrichtung Bluegrass als Vorläufer der Countrymusik in den 30er Jahren in Tennessee und Kentucky entstand. Was die vier Musiker dann boten, war beste Stimmungsmusik und für viele sicherlich ein Grund, Bluegrass besser kennenzulernen. "Die Botschaften teilen sich durch Text und Stimmung mit", sagt die Band – bestehend aus Armin Brand (Bass), Hansjörg Eiche (Banjo), Markus Maier (Gitarre, Mandoline, Mundharmonika), Christoph Oeschger (Gitarre) – über ihre Musik. Ins Deutsche übersetzen kann man die Songs und Balladen nicht, weil sie die typische amerikanische Stimmung in den Jahren der Depression widerspiegeln, als sich die Amerikaner vielfach in den Familienbereich zurückzogen.
"You go to your Church, I go to mine" – eine Verbeugung vor dem Kirchenraum gleich zu Beginn, danach mit Tempo das "Foggy Mountain Breakdown " aus dem Gangsterfilm Bonnie und Clyde, nachfolgend
die rührende Ballade über die zerstobenen Hoffnungen eines kleinen Jungen, der seinen Vater nach dem Umzug nach Kalifornien frühzeitig altern sieht – "California Cotton Fields", mit einem tollen
Mundharmonikasolo von Markus Maier.
Mitreißend "Kodak 1955", in dem im Geist eine Foto-Erinnerungsbox mit Schwarz-weiß Fotografien ausgepackt wurde. Bemerkenswert waren die Banjosoli Einlagen, wie bei diesem Song von Hansjörg
Eiche, der im kühlen Kirchenraum sein Instrument immer wieder stimmen musste.
Donnernden Beifall und Bravorufe gab es dann für "Alabama Jubilee" mit Elementen, die an Dixieland und Jazz erinnerten. Melodiös melancholisch wurden Gospel wie "I Saw the Light" vorgetragen.
Witzig im besten Hillbilly-Stil, mit dem Nachahmen einer tickenden Uhr, spielte die Band "Grandfather’s Clock". Und zwischendrin wurde noch, neben erklärenden Beiträgen zu den Titeln,
eingeworfen, warum sich die Band "Oathtown" genannt hat: Bandgründer Christoph Oeschger kommt aus Schwörstadt, englisch eben "Oathtown".
Bei "Country Roads" sang das Publikum mit, "Kentucky Waltz" hatte fast alpenländische Musikanklänge. Und zwischendrin waren immer wieder Akkorde zu hören, die das Publikum die Musik aus der
Bonanzaserie erkennen ließen, oder ein wildes Musikstück, das aus einem Burt Reynolds-Film stammte. Dass die Band mehr kann, als nur perfekt Bluegrass spielen, bewies sie mit einer
A-cappella-Zugabe. Das vierstimmig intonierte "Amazing Grace" passte nun wieder zum Kirchenraum und wurde mit überzeugender Innigkeit vorgetragen.
Badische Zeitung vom 17. September 07
Badische Zeitung vom 27. Juli 06